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Ziggy Stardust

April 1, 2006

MANCHMAL IST EINE
ZIGARRE NUR EINE ZIGARRE.
Sigmund Freud

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MACHTGIER WAR SEIN CREDO – KOKAIN SEINE DROGE. ER STUDIERTE DEN ORGASMUS UND DIE HYSTERIE UND ERFAND DEN PENISNEID. UM DIE PSYCHOANALYSE ALS NEUE „WELTRELIGION“ ZU ETABLIEREN, GRÜNDETE SIGMUND FREUD EINE GEHEIME SEKTE – MIT IHM ALS ZENTRALE LICHTGESTALT DER BEWEGUNG. SEIN GROSSER PLAN SCHEINT SICH ERFÜLLT ZU HABEN, DOCH DIE VON IHM GESCHAFFENE PSYCHOANALYSE STEHT HEUTE KURZ DAVOR, ALS GRÖSSTER SCHWINDEL DES 20. JAHRHUNDERTS ENTLARVT ZU WERDEN.
WHAT’S ON A MAN’S MIND?

von JIMMY DEIX

Es dauerte nur acht Sekunden, bis die volle Dosis sein Zentralnervensystem erfasst hatte. Langsam glitt die Nadel aus der Vene, als eine vorübergehende Betäubtheit zunehmender Euphorie wich. Sigmund Freud fühlte sich fantastisch. Der Rush blies ihm beinahe das Hirn weg. In der psychiatrischen Abteilung des AKH hatte er sich wieder ein paar Dezigramm verabreicht. Intravenös. Es war verdammt gutes Zeug, dass ihm die Firma Merck aus Frankfurt zugesandt hatte, per Post. Hydrochlorid in Reinkultur. Für Experimente, im Dienste der Wissenschaft: „In meiner letzten schweren Verstimmung habe ich wieder Coca genommen und mich mit einer Kleinigkeit wunderbar auf die Höhe gehoben“, berichtet Freud seiner Verlobten Martha Bernays. „Und wenn Du unartig bist, wirst Du sehen, wer stärker ist, ein kleines, sanftes Mädchen … oder ein großer, wilder Mann, der Cocain im Leib hat“ – das Wiehern eines Coca-Hengstes, das Ego leicht überhöht. Dieser Fall ist klar: Gegen Ziggy Stardust war Tony Montana in Scarface bloß ein müder Waschlappen. Die immensen Mengen Koks, die Freud daheim hortete, reichen heute allemal für ein paar Jahre in einem geschlossenen Etablissement. Seiner Verlobten schickte er kleine Dosen, „um sie stark und kräftig zu machen“. Er drängte es Freunden und Kollegen auf und gab es seinen Schwestern. Und hat man Nerven: Im Rahmen eines Vortrags an der Wiener Uni empfahl Freud die psychiatrische Anwendung von Coca bei Hypochondrie, Hysterie und Depressionen. Der Sankt Pöltner Pathologe Hans Bankl kann diesen Leichtsinn nicht billigen: „Vom Standpunkt unseres heutigen Wissens gesehen, war er auf dem besten Wege, gemeingefährlich zu werden“.
Dabei hatte er nicht die mindeste Ahnung, etwas Gefährliches zu tun. Doch nicht jeder sieht das kritisch: „Mit seinen Erkenntnissen der Psychologie des Unbewussten hat Freud neue Wahrnehmungs- und Deutungsmuster für die Gesellschaft geschaffen,“ erklärt Bundespräsident Heinz Fischer, Patron des Freud-Jahres 2006. Aber was feiern wir eigentlich? Freuds haltlose These, dass Frauen kastrierte Männer sind?!

Sigmund Freud

Heimat bist du großer Söhne. Der Wahnsinn des Professors hatte Methode und war nicht mehr zu stoppen. In seiner Ordination behandelte er Frauen, die er für hysterisch hielt, mit Hypnose und Elektroschocks. Ob das eines großen Denkers würdig ist? Schon Karl Kraus spottete treffsicher: „Die Psychoanalyse ist jene Geisteskrankheit, für deren Therapie sie sich hält.“ Tatsächlich konnte für zahlreiche zentrale Thesen Freuds (Ödipuskomplex) nie ein Nachweis erbracht werden. Dennoch hat sich die Psychoanalyse wie eine Epidemie verbreitet und dabei den Status einer Wissenschaft erlangt. Dabei ist sie eher ein moderner Mythos, der vielmehr der Literatur zuordenbar ist. Der „Freudsche Versprecher“ oder die „orale Fixierung“ erfreuen sich ungebrochener Popularität, obwohl sie längst widerlegt sind. Der famose Begriff des „Unbewussten“ hat immer noch Konjunktur, obwohl er unter logisch-erkenntnistheoretischem Aspekt ein Widerspruch in sich sein muss. „Der Glaube an die Psychoanalyse ist eines der merkwürdigsten Phänomene des 20. Jahrhunderts“, schreibt der Journalist Udo Leuschner. „Noch immer wird sie von den Krankenkassen als Therapie anerkannt, obwohl ein Nachweis ihrer Wirksamkeit nie geführt werden konnte“.

Doch Freuds Vision war kristallklar: Er wollte reich und berühmt werden. Wie war ihm egal. Als Gymnasiast träumte er davon Politiker zu werden, vom Rang eines Ministers. Hannibal, Cromwell und Napoleons Marshall Massena waren die Idealgestalten seiner Fantasie. „Die Natur“ von Goethe brachte ihn jedoch auf die Medizin. Seine erste Arbeit schrieb er über die „Hoden der Aale“. Das Interesse war mäßig. Doch Freud eiferte nach akademischer Anerkennung („Im Nobelpreis übergangen“, schrieb er einmal mürrisch in sein Tagebuch). Als Drogen-Papst hätte er beinahe Geschichte geschrieben, wie Timothy Leary, wäre da nicht dieser kleine „Betriebsunfall“ passiert: Seinem Freund Ernst Fleischl verschrieb er Kokain auf Rezept, um seine Morphiumsucht zu bändigen. Am Ende war der Patient auf beidem unterwegs – der „Speedball“ war geboren. Durch Überdosierung beider Substanzen bekam Fleischl veritable Sinnestäuschungen. Zuerst sah er unter seiner Haut weiße Schlangen, ehe er das Zeitliche segnete. Halluzinationen sind die spektakulärsten Symptome der Seele. Oder waren es doch die Spiders From Mars?

Coca

Coca-Fläschchen der Firma Merck, wie Freud es verwendete

Zigarren sind verdächtig. Dass Freud bei der Ausübung der Psychoanalyse nicht minder fahrlässig handelte, scheint dem niederländischen Freud-Kritiker Han Israëls offensichtlich. Für ihn ist die Lehre Freuds nichts weiter als ein Sammelsurium an Irrtümern und Fehlinterpretationen. Der Fall der „Anna O.“ spricht Bände: Sie suchte ihn wegen Atemnot und Husten auf. Mittels Hypnose diagnostizierte Freud, sie würde mit ihrem Husten die Koitus-Geräusche ihres Vaters imitieren. Eine therapeutische Fehlleistung, die Freud – Anna laborierte in Wirklichkeit an einer Lungenentzündung – rücksichtslos als Erfolg auslegte. Die Honorarnote folgte prompt.
„Der Wiener Seelenpionier ist genauso untot wie Graf Dracula“, konstatiert Kritiker Rolf Degen. Zahlende Patienten erachtete er als Versuchskaninchen oder als „Narren, denen er am liebsten den Hals umdrehen würde“ (Freud). Seine Behandlungen waren eher autoritär, einem Polizeiverhör ähnlich. Die ärztliche Schweigepflicht kümmerte ihn wenig – er publizierte die Krankheitsgeschichten seiner Patienten in Buchform (wenn auch mit Pseudonymen versehen). Eigentlich problematisch für jeden Arzt, dem seine Zulassung lieb ist.
Während in Österreich im Freud-Jahr per Verordnung gejubelt werden darf, wird Freud nicht einmal von seiner eigenen Familie für voll genommen. In den Augen seiner Enkelin Sophie Freud war der „Vater der Psychoanalyse“ eine Art Schaumschläger. Beim 3. Weltkongress für Psychotherapie in Wien (2002) zog sie mit ihrem Großvater scharf ins Gericht: „Er hat in vielen Dingen einfach falsche Thesen verbreitet und permanent Regeln gebrochen, die er selbst aufgestellt hatte.“ Für sie war er eher ein ideologischer Verführer: „Freud wurde vielfach wie Jesus verehrt“, sagt sie. „Die Studenten wurden bekehrt und danach zu Missionaren der neuen Lehre“.

Freuds Lebenswerk weist in der Tat missionarischen Charakter auf. Von Anbeginn sah er seine Lehre als Bewegung. Ihr Ursprung war die legendäre „Mittwochsgesellschaft“, ein Jour fixe mit Gleichgesinnten in der Berggasse 19. Als Freuds Wartezimmer zu klein wurde, wanderte die intellektuelle Runde ins Café Korb am Tuchlauben. Bei Apfelstrudel debattierte man, ob sich die Psychoanalyse mit dem Marxismus fusionieren ließe. Die Idee stammte von Freud-Schüler Alfred Adler, der auch den Begriff „Minderwertigkeitskomplex“ prägte. Adler war mit einer russischen Studentin namens Raissa liiert, die auf der Wiener Uni die Stimmung für die bevorstehende Revolution in Moskau anheizte. Sogar Lenin höchstpersönlich hatte den Druck von Freuds Schriften in Kyrillisch angeordnet – um damit den Russen das „Vulgäre“ zu nehmen. In Wien war die sozialistische Bewegung im Aufwind und die Seelen-Lobby spekulierte bereits, bei den Arbeiterkrankenkassen in die Vollen greifen zu können. Der Begriff „psychosozial“ stand schnell im Raum. Als synthetische Gesellschaftstheorie konnte der sogenannte Freudomarxismus jedoch nie breite Anerkennung finden, wenngleich Wilhelm Reichs Annahme, „die Gesellschaft leide an einer Massenneurose“ von der 68er-Generation zum Teil wieder aufgegriffen wurde. In Kombination mit schlechten Drogen förderte dies jedoch meist blanken Unsinn zutage (siehe Otto Mühl).

Rezept

Wo gibt’s denn so was?
Freud verschrieb Kokain auf Rezept

Freud war ein Despot. Er überwarf sich mit jedem. In seinem Umfeld hatte niemand genial zu sein, außer er selbst. Wollte ihn jemand korrigieren, wurde er krawutisch. „Warum Krieg?“, schrieb er seinem Pazifisten-Freund Albert Einstein (just als dieser der US-Regierung den Bau der Atombombe empfahl). Nach seinem Zerwürfnis mit Adler und seinem „Kronprinzen“ Carl Gustav Jung – er hatte es gewagt, die kulturpessimistische „Analthese“ des Meisters zu hinterfragen – stürzte Freuds Mission in eine schwere Krise. Da kam Ernest Jones – Freuds späterer Biograf und Weißwäscher – eine zündende Idee: Eine eingeschworene Elite sollte die Psychoanalyse wirksam gegen Verräter und Attacken von außen verteidigen. Sie sollte die besten und zuverlässigsten Männer der neuen Lehre vereinen und diese mit einem strengen Katechismus versehen. Freud war hellauf begeistert: „Es würde mir das Leben und Sterben leichter machen, wenn ich wüsste, dass eine solche Gemeinschaft zum Schutze meiner Schöpfung existiert.“ Ohne Ironie sah Freud darin die Möglichkeit, sein Lebenswerk gegen dumme Kritik zu immunisieren. Ein Punkt war ihm besonders wichtig: „Das Komitee müsste in seiner Existenz und in seinem Wirken streng geheim bleiben“ (Freud).

Freud war Atheist. Spiritualität war für ihn Aberglaube und Religion die „am weitesten verbreitete Zwangsneurose“. Doch woran glaubt der, der nicht glaubt? Bei Gottlosen ist der Chefsessel mitunter frei. Ein Vakuum, für dessen Erfüllung die Psychoanalyse geeignet erschien? Freuds sturer Charakter verlieh der Sache eine Aura der Unfehlbarkeit und auch rituelle Momente sind unübersehbar: Die Couch als „Beichtstuhl“ der Moderne; der Analytiker als „Erlöser von dem Bösen“ …  von den spitzfindigen Betrachtungen des Freud-Kritikers Han Israëls ganz zu schweigen, der die Fallgeschichten der „Anna O.“ oder des „Rattenmannes“ als „Offenbarungen der Psychoanalyse“ betrachtet. Für ihn beruht Freuds Lehre auf Mystifizierungen und Fälschungen, die ohne intellektuellen Aufwand als solche erkennbar wären.

Das geheime Kommitee

Das „Geheime Komitee“ 1922 – Freud im Kreise seiner treuen „Apostel“: Otto Rank, Karl Abraham, Max Eitington, Ernest Jones (hinten), Sigmund Freud, Sándor Ferenczi, Hanns Sachs (vorne).

Die vor kurzem veröffentlichten Rundbriefe des „Geheimen Komitees“ geben Aufschluss über die Ziele der Bewegung: Der Bund war straff organisiert und man war paranoid genug, diesen in „Ortsgruppen“ und ein „Zentralleitungs-Komitee“ zu unterteilen (Anleihen bei braunen wie roten Totalitarismen sind unübersehbar). „Es gilt, die großen Ideen und Erkenntnisse Freuds zu bewahren und der folgenden Generation zu überliefern“, fabulierte Mitstreiter Sándor Ferenczi. Der gemütliche Kaffeeplausch war zu einer Art Welteroberungsplan mutiert. Zum Zeichen der Hingebung an Freud und die Analyse mussten alle Mitglieder einen goldenen Ring tragen, in dem ein antiker Stein aus Freuds Sammlung eingefasst war. Es war „die Guerilla-Periode der Psychoanalyse“ (Ferenczi). Wie eine verlässliche „Palastwache“ stellten sich die Erwählten schützend vor das große Werk und seinen Schöpfer: „Alles, was er uns sagte und sagen wird“, schrieb Ferenczi an Eitington, „muss mit einer Art Dogmatismus gehegt werden.“
Ein bedenklicher Umstand: Freuds Jünger hatten gar keine entsprechende Ausbildung. 1925 wurde sein Zögling Theodor Reik in Wien wegen Kurpfuscherei angeklagt. Er bot als Nichtarzt Heilung an, wofür er Literatur und Philosophie studiert hatte. Freuds treuer Adlatus Otto Rank hingegen war gelernter Schlosser und als Glasbläser tätig, ehe er zum Generalsekretär der Psychoanalytischen Gesellschaft berufen wurde.
Doch es gab noch ganz andere Probleme: Sex am Arbeitsplatz stand an der Tagesordnung. Worüber in Woody-Allen-Filmen gealbert wird, war in der Realität gang und gebe. In ihrem Report Muss den Liebe Sünde sein gehen die Autoren Sebastian Krutzenbichler und Hans Essers dem Thema „Verführung auf der Couch“ nach und stoßen dabei auf Abgründe. Im unmittelbaren Umfeld Freuds kam es zu zahlreichen sexuellen Übergriffen, bei denen Analytiker ihre Macht gegenüber psychisch abhängigen Patienten schamlos ausnützten. Diesen Urständ bei Schülern und Kollegen versuchte Freud mit einer „Abstinenzregel“ beizukommen. Der Reiz, dieses Tabu zu brechen, war meist stärker:

Carl Gustav Jung geht eine Beziehung mit Sabina Spielrein ein.
Sándor Ferenczi ist in eine Beziehung mit Gisella und Elena Palos, Mutter und Tochter, verwickelt.
Wilhelm Reich verliebt sich öfters in seine Patientinnen, bricht dann die Analyse ab, um außerhalb der „Behandlung“ ein normales Liebesverhältnis zu beginnen. Später heiratet er seine Patientin Annie Pink.
Georg Groddeck geht ein Verhältnis mit einer Patientin ein.
Wilhelm Stekel gleich mit mehreren.
Victor Tausk verliebt sich in eine 16 Jahre jüngere Patientin und geht eine Beziehung zu ihr ein. Kurz vor der Hochzeit erschießt er sich.
August Aichhorn geht eine Liebesbeziehung mit seiner Lehranalysandin Margaret Mahler ein.
Freud-Intimus Ernest Jones zahlte einer seiner Patientinnen 500 Dollar Schweigegeld, damit sie ihn nicht öffentlich der Verführung bezichtige.
Otto Rank und Rene Allendy gehen beide mit ihrer Analysandin Anais Nin eine sexuelle Beziehung ein.
Der ungarische Analytiker Sándor Rádo heiratet seine Analysandin Emmy.
Harald Schultz-Hencke nimmt die Frau seines Berliner Kollegen Gustav Bally wegen Eheschwierigkeiten in Behandlung, in deren Verlauf sie sich scheiden lässt. Schultz-Hencke überrascht sie während der Analyse mit einem Antrag. Sie heiraten. Die Ehe wird später geschieden.

Manipulation, Bestrafung und Erlösung bildeten nicht selten das Schema dieser Beziehungen, die oft in reine Abhängigkeitsverhältnisse ausarteten. In den Jahrhunderten davor nannte man diese Methode Exorzismus. Wie ausgerechnet die Psychoanalyse – sie gab den Startschuss in das Zeitalter der Moderne – in beinahe mittelalterlichen Mystizismus abdriften konnte, bleibt selbst den härtesten Kritikern Freuds ein Rätsel. „Er wollte eine neue säkulare und zugleich wissenschaftliche Religion für eine Elite, die die Menschheit führen sollte“, urteilt Sozialpsychologe Erich Fromm. Nicht zufällig erfand Freuds Neffe Edward Bernays den Wirtschaftszweig Public Relations.

Als konsequenter Religionsstifter erwies sich auch der Amerikaner L. Ron Hubbard. Auf einer Reise durch Panama begegnete er 1923 US-Navy-Commander Joseph „Snake“ Thompson, der bei Freud in Wien studiert hatte. Durch ihn wurde Hubbard schon im Kindesalter von Freuds Thesen geprägt. Hubbard, damals erst zwölf, begründete später die „Moderne Wissenschaft der geistigen Gesundheit“ (Dianetik), die in ihrem Grundwesen der Psychoanalyse nicht unähnlich ist. Aus ihr ging später Scientology hervor.

MODERNE FRAUEN HABEN KEINEN PENISNEID
– HÖCHSTENS WENN SIE IN EINEM CLUB AUF
EINER VERDRECKTEN TOILETTE STEHEN.

Freud lebte in einer Fantasiewelt, die er selbst geschaffen hatte. In seinem Himmelreich war er allmächtig und konnte jeden verbannen, der ihm nicht gehorchte. 1927 scheiterte das „Geheime Komitee“. Die Idee von einer „Identität der Psychoanalye“ stellte sich als absurd heraus. Die Machtkämpfe und Eifersucht unter Freuds „Apostel“ brachten das Ende, weil sich jeder der Hoffnung hingab, als Nachfolger Freuds auserkoren zu werden. Am Schluss sah man sich dazu hingerissen, einander „Paranoia“ und „Psychosen“ vorzuwerfen. Freuds geheime Superelite zerbrach, doch der große Plan ging dennoch auf: Mit weltverzeigten Niederlassungen und internationalen Kongressen konnte die Psychoanalyse längst als autonome „Glaubenslehre“ etabliert werden, ohne auf den universitären Bildungsapparat angewiesen zu sein. Den Zepter reichte Freud an Tochter Anna weiter – eine Volksschullehrerin. Auch sie lag bei Daddy auf der Couch und starrte auf das Bild von Abu Simbel, während er sie analysierte. Ansonsten behandelte er sie wie eine Sekretärin. Und sie enttäuschte ihn nicht. Die treusorgende Tochter entwickelte die Kinderanalyse. Auch tollende Bälger müssen von ihren „Neurosen“ befreit werden. 1925 tauchte plötzlich die New Yorker Millionärin Dorothy Burlingham-Tiffany mit ihren vier Kindern in Wien auf, um die bahnbrechende Psycho-Methodik zu erlernen. Hals über Kopf verliebten sich Anna und Dorothy ineinander und gingen eine lesbische Beziehung ein, die für ein Leben währte. Dorothy war Erbin des berühmten Juweliers Tiffany von der 5th Avenue. Vater Sigmund war happy: „Gottlob, Anna ist versorgt!“

1938 emigrierte Freud im luxuriösen Orient-Express ins Londoner Nobelviertel Hampstead, samt Personal und Leibarzt. Napoleons Urenkelin Marie Bonaparte hatte die Ausreise erwirkt. Sogar Mussolini und Roosevelt intervenierten bei Hitler, Freud schonend zu behandeln. Vor seiner Abreise musste Freud bestätigen, von den Nazis korrekt behandelt worden zu sein. Sein höhnischer Zusatz: „Ich kann die Gestapo jedermann empfehlen.“

1956 analysierte Anna Freud in London Marilyn Monroe, die bei Dreharbeiten mit dem „unhöflichen“ Sir Laurence Olivier – er wollte keine Affaire mit ihr – in tiefe Depressionen verfiel. „Paranoia mit schizophrenen Zügen“, lautete die Diagnose. Später vererbte Marilyn einen beachtlichen Teil ihres Vermögens der Anna-Freud-Stiftung. Dabei kannten sie einander nur kurz. „Diese Erbschaft wurde zweifelsohne von Marilyns Analytikern in den USA empfohlen, die mit Anna Freud eng vertraut waren“, erklärt Jeffrey M. Masson, ehemaliger Direktor des Sigmund-Freud-Archivs in London. Für Luciano Mecacci – Vize-Rektor der Universität Florenz – ist „der Fall Marilyn“ vielleicht das anschaulichste „Desaster der Psychoanalyse“ überhaupt.

Hat Sigmund Freud die Welt bloß hypnotisiert? Diese Möglichkeit will Literaturhistoriker Richard Webster nicht ganz ausschließen: „Sigmund Freud ist der Schöpfer einer komplexen Pseudo-Wissenschaft, die als eine der größten Torheiten der westlichen Zivilisation erkannt werden sollte.“ Als „Entdecker des Unbewussten“ wird er gepriesen. Der Hohn dabei: Das „Unbewusste“ ist ein rein umgangssprachlicher Begriff, der in der Fachliteratur nicht zu finden ist. Das hier etwas nicht stimmen kann, fiel auch dem prominenten Physiker Max Planck auf: „Eine Wissenschaft des Unbewussten gibt es nicht. Sie wäre ein Widerspruch in sich. Was unbewusst ist, weiß man nicht. Daher sind alle Probleme, die sich auf das Unterbewusstsein beziehen, Scheinprobleme.“
Offen bleiben auch Fragen bezüglich der Urheberschaft Freudscher Ideen: Die Analyse hat er nicht erfunden, sondern vom Physiologen Josef Breuer übernommen. Die Traumsymbolik beschäftigte den Philosophen Karl A. Scherner schon 40 Jahre vorher, ganz zu schweigen von den alten Ägyptern. Den Begriff „Es“ – er wird fälschlicherweise Freud zugeschrieben – hat er ungeniert beim Psychosomatiker Georg Groddeck „entliehen“.
Freuds angebliche „Entdeckung“ wurde schon von den Romantikern in der ersten und vom philosophischen Zeitgeist in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts kultiviert. Die Auseinandersetzung mit der menschlichen Psyche und dem sogenannten „Unbewussten“ kann bis zur antiken Philosophie zurückverfolgt werden. Unmittelbare Vorgänger Freuds waren die Philosophen Arthur Schopenhauer und Friedrich Nietzsche. Auch bei Goethe und Schnitzler können literarische Analogien psychoanalytischer Theorien gefunden werden.

SIGMUND FREUD IST ALS AUTOR INTERESSANT,
NICHT ALS DENKER. SEINE IDEEN HABEN MICH
NIE BEEINDRUCKT. ER KANN GUTE GESCHICHTEN
ERZÄHLEN. FÜR MICH IST ER EIN ROMANAUTOR.
John Irving, Schriftsteller

SF – seine Initialen allein klingen wie Science Fiction. Die Hauptkritikpunkte an seiner Psychoanalyse lassen sich wie folgt zusammenfassen: Sie ist längst als Pseudo-Wissenschaft entlarvt, weil sie auf falschen Theorien beruht; als Therapie ist sie ineffizient und als Forschungsmethode ungeeignet, ihre eigenen Theorien zu überprüfen. „Eine These ist nur dann wissenschaftlich, wenn sie widerlegbar ist“, argumentierte Wissenschaftstheoretiker Sir Karl Popper (der heuer keinen runden Geburtstag feiert).
Dennoch hat keiner unser Denken mehr beeinflusst als er. Besser geworden ist die Welt dadurch nicht. Noch immer gibt es Krieg, Mord und Amokläufer. Und wie Albert Einstein an Freud schrieb, sind es „Mächtige psychologische Kräfte“, die alle Bemühungen lähmen „die Menschen von dem Verhängnis des Krieges zu befreien“.
Freud war bestrebt, eine Art Monopol zu errichten, auf das „Unbewusste“ im Menschen, das er entdeckt haben will. In seinen Augen sind wir Lutscher und Kacker, deren „Ich“ nicht Herr im eigenen Haus ist. Doch der Mensch ist kein „unbewusstes“ Wesen. Nur kann er, simpel gesagt, nicht alles, was er im Hirn hat, gleichzeitig in den „Arbeitsspeicher“ laden, weil hierfür die Datenmenge zu groß wäre. Es ist das genaue Gegenteil, das den Homo Sapiens ausmacht: unser Bewusstsein. Unsere Fähigkeit zu erkennen, das wir existieren. Das Triebe unsichtbar sind, war nicht wirklich neu. Von menschlichem Gefühl oder Fantasie sprach er nie.

Sigmund Freud kann heute nur mehr von kulturhistorischem Interesse sein. Er sollte als das erkannt werden, was er tatsächlich war: ein genialischer Philosoph. Sein Werk wäre vielmehr der Literatur zuordenbar als der Wissenschaft. Freud wird seine Gründe gehabt haben, warum er seinem „literarischen Doppelgänger“ Arthur Schnitzler (Die Traumnovelle) stets aus dem Weg ging. Als Seeleningenieur war Freud mit Vorsicht zu genießen, wie zahlreiche Kunstfehler belegen. Er war ein guter Geschäftsmann, ein exzellenter Lobbyist, ein passabler Schriftsteller – aber letztendlich doch eher ein ziemlich schlechter Arzt.

© JIMMY DEIX – veröffentlicht im Magazin Wiener, April 2006

Happy Family – die Freuds

Edward BernaysFreuds Neffe Edward Bernays erfand den Wirtschaftszweig Public Relations, basierend auf der von seinem Onkel entwickelten „Massenpsychologie“

Clement Freud

Enkelsohn Clement Freud: Britischer Parlamentarier und Werbeträger für Hundefutter


Emma Freud

Emma Freud ist federführend bei den „Roten Nasen“ (Comic Relief)


Matthew FreudMatthew Freud: PR-Berater von Tony Blair, Gerri Halliwell, Claudia Schiffer und Pepsi Cola


Der Einfluss der Familie Freud istweltumspannend. Freuds Neffe, der gebürtige Wiener Edward Bernays, ist Erfinder des Wirtschaftszweiges Public Relations. Er war der erste, der die Berufsbezeichnung PR-Agent trug und gilt als „Vater aller Spin-Doktoren“. Von der US-Regierung mit patriotischen Kampagnen beauftragt, kreierte er Slogans wie „Krieg für Demokratie“, die noch heute Wirksamkeit zeigen. Bernays Theorien dienten der Umsetzung der modernen politischen Demokratieformen, die auf „Konsens“ bzw. „unterstellter Zustimmung“ beruhen: „Ein wichtiges Element einer Demokratie ist die bewusste und intelligente Manipulation der organisierten Gewohnheiten und Meinungen der breiten Masse“. Bernays Buch Propaganda (1928) – basierend auf Freuds „Massenpsychologie“ – wurde nicht nur für die PR-Industrie zum Standardwerk. Im „ingenieurmäßigen Aufbau von Konsens“, liegt „das Herzstück aller demokratischen Prozesse“, so Bernays 1949, kurz bevor er von der Amerikanischen Gesellschaft für Psychologie für seine Arbeiten geehrt wurde.

Öffentlichkeitsarbeit ist auch das tägliche Brot von Matthew Freud (43). Er ist der „King of Promo“ Großbritanniens. Als Manager von Löffelverbieger Uri Geller verdiente er Millionen. Er kaufte den privaten Groucho-Club in Soho, das noble Epizentrum der britischen Presse (der es hier an nichts fehlt). Matthew verließ seine Frau, um Elisabeth Murdoch zu heiraten, womit er Schwiegersohn des multinationalen Medienmagnaten Rupert Murdoch wurde. Seine Ex-Frau verkuppelte er mit Lady Dianas Bruder, dem Earl of Spencer. Freuds Ur-Enkel Matthew ist heute erfolgreicher PR-Berater von Premier Tony Blair, Claudia Schiffer, Geri Halliwell und Pepsi Cola. Es darf angenommen werden, dass die Beziehung zwischen Claudia Schiffer und dem Magier David Copperfield reinen PR-Zwecken diente.

Matthews Schwester Emma Freud – federführend bei den „Roten Nasen“ (Comic Relief) – ist mit Richard Curtis verheiratet, dem Gagschreiber von „Mr. Bean“ und Drehbuchautor des romantischen Filmhits „Notting Hill“, der in der privaten Wohnung des Ehepaares gedreht wurde. Die berühmte blaue Haustür musste danach ausgetauscht werden …

Emmas und Matthews Vater Sir Clement Freud (82), war Werbeträger für Hundefutter, ehe er ins britische Parlament berufen wurde. Dazwischen schrieb er Kochbücher, Ratgeber über „Hangovers“ und war Diskussionsleiter der BBC-Radio-Show „Just A Minute“.

Enkelsohn Lucian Freud (84) ist Reformator und Großmeister der britischen Portraitmalerei, wenngleich ihn viele seiner Landsleute eher für einen hemmungslosen Darsteller menschlicher Fleischmassen halten. Seine Modelle sitzen oft wochenlang unter dem schonungslosen Licht einer 500-Watt-Birne. Das Resultat sind psychologisch eindringliche Porträts, die dem Künstler zu weltweiter Anerkennung verhalfen. Sogar die Queen kaufte eines seiner Portraits. Er verkehrt im Hoch- und Geldadel. Auf den Rennbahnen geht er auch tieferen Neigungen nach, wo er Unsummen auf falsche Pferde setzte. Doch Geld kommt wieder rein. Nach Jerry Hall malte auch die schwangere Kate Moss nackt, wie Gott sie schuf, wobei ihm ein grober Schweinshaarpinsel behilflich war. Der Akt erzielte bei einer Christie’s-Auktion satte  5,7 Millionen Euro.

Queen Elisabeth

Queen Elisabeth, portraitiert von Lucian Freud. Die Queen erwarb das Gemälde für die eigene Sammlung im Buckingham Palace

Kate Moss

Lucian Freud malte die schwangere Kate Moss, mit einem groben Schweinshaarpinsel

© JIMMY DEIX – veröffentlicht im Magazin Wiener, April 2006

Mozart und die Illuminaten

Januar 1, 2006

magicflute

Mozarts Blitzkarriere bei den Freimaurern ist weitgehend dokumentiert – seine Verbindung zu den Illuminaten hingegen weniger. Ein Fall für die Inquisition? Der „Papageno-Code“ fördert verblüffende Fakten ans Licht. Da bleibt selbst Dan Brown die Spucke weg.

von JIMMY DEIX

Am 19. Februar 1786 besuchte Mozart einen Maskenball, verkleidet als hinduistischer Wahrsager, als Maharishi. Neben Turban und Kaftan hatte er auch ein paar Flugblätter dabei, die er an die Gesellschaft verteilte. Darauf standen seltsame Reime und „esoterische“ Rätsel, bei denen es sich angeblich um Fragmente der Schriften des persischen Propheten Zarathustra handelte. Esoterik war in Wien hoch in Mode und die Freimaurerei so allgegenwärtig wie die dunklen Machenschaften der Illuminaten, einer radikal-politischen Geheimgesellschaft, die auch in Österreich den Umsturz herbeiführen wollte.
Mozart lebte zehn Jahre lang in Wien. Es waren seine goldenen Jahre – künstlerisch und spirituell. Doch es war eine Zeit, in der auch politisch betrachtet kein Stein auf dem anderen blieb. In Yorktown hatte Englands geistig umnachteter König George III. die amerikanischen Kolonien versiebt und auch in Paris wurde die Luft immer dicker. In Wien sprach man vom „philosophischen Zeitalter“. Man spürte deutlich, dass sich bald einiges ändern würde. Viele von Mozarts Freunden und Kollegen waren Illuminaten und es liegt nahe, dass auch er die gleichmacherischen Ideale von Ordensgründer Adam Weishaupt für eine gute Sache hielt. Zumindest war Mozart ein Sympathisant der Bewegung, die sich als pädagogische Geistesschule verstand, um demokratische Werte zu vermitteln, die im 18. Jahrhundert noch als revolutionär galten. Eine neue geistige Strömung hatte sich in Europa verbreitet – die Aufklärung. Philosophen hatten sich den Kopf darüber zerbrochen, ob es den wirklich sein kann, dass Monarchen „von Gottes Gnaden“ wären und der Vatikan einen direkten Draht nach oben hätte. War der klerikale Zinnober vielleicht doch nur Humbug – oder gar Hochstapelei? An den Osterhasen glaubte Mozart schon lange nicht mehr.
Die Unabhängigkeitserklärung der USA (1776) und der Sturm auf die Bastille in Paris (1789) – beides ereignete sich zu Mozarts Lebzeiten – lösten bei den Monarchen Europas eine gewisse Nervosität aus. Im Hause Habsburg sah man schon die Felle davonschwimmen. Ein aufgeklärter Absolutismus musste her. In den Kreisen, in denen Mozart verkehrte, waren diese wichtigen Weltereignisse Gesprächsthema Nummer eins. Mozart und seine Freunde waren proamerikanisch.

Es war um 1780 und es war in Wien. Als Mozart 1781 in die große Stadt zog, wohnte er im Trattnerhof in Untermiete. Sein Vermieter Thomas von Trattner publizierte nicht nur Österreichs Schulbücher, sondern auch die ominöse Zeitung Der Spion von Wien. So war Mozart stets auf dem Laufenden. Mehrmals wöchentlich besuchte er zwecks Gaudi das Hofburgtheater, ging mit seinem Hund namens Pimperl Gassi und traf seine proamerikanischen Freunde im Wirtshaus. Unvergessliche Melodien komponierte er beim Kegeln. Fix ein paar Noten notiert, bis er dran war, dann warf er die Kugel. Rums! Alle neune! Er war ein Alchemist der Musik. Aus Noten zauberte er pures Gold.
Mit Salzburg hatte er gebrochen. Undank war das Einzige, was seine Heimat für ihn übrig hatte, den größten Sohn, den Salzburg je hervorgebracht hat. Aber keine Angst. Mozart sagte immer, wenn ihm etwas nicht passte. Auf den Mund gefallen war er nie. Seinen Salzburger Dienstgeber Graf Arco schimpfte er, so ist es überliefert, respektlos „Hundsfut“, nachdem ihm dieser einen ungalanten Fußtritt verpasst hatte (Brief an seinen Vater, 20. Juni 1781). Rokoko und gepuderte Perücke sollen nicht darüber hinwegtäuschen, dass Amadeus tatsächlich ein Punker war. Lieber ging er zugrunde als einem Schwachkopf den Popsch zu küssen. In Wien jobbte Mozart als freischaffender Künstler. Künstlersozialversicherung gab es auch noch keine. Seine Konzerte organisierte er in Eigenregie: Er mietete den Saal, bezahlte die Musiker und ließ sogar die Eintrittskarten selber drucken. Eigentlich wollte Mozart lieber nach Paris gehen, um sein Glück zu versuchen. Aber dort hatte man ihn bei seiner Ankunft gleich wieder nach Hause geschickt, mit der Begründung: Revoluzzer wie ihn könne man hier nicht gebrauchen!

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Mozart war kein besonders gebildeter Mensch. Die primären Dinge hatte ihm sein Vater beigebracht. Eine Schule hat er nie besucht. Umso euphorischer war er über die Freimaurerei, wo er die geistige Erfüllung fand. Durch sie kam er mit Intellektuellen und Gelehrten in Kontakt, was seine Kunst ungemein beflügelte. Und mehr als das, wandte sich Mozart – bislang strenggläubiger Katholik – nun doch weltlichen Idealen zu. „Mozart war nachweislich Mitglied einer Wiener Illuminatenloge“, schreibt Helmut Perl, Autor des Buches Der Fall Mozart. Und nicht nur er, auch Goethe und Beethoven schlossen sich den Weltverbesserungsplänen des Ordens an, dem es in kurzer Zeit gelungen war, die Freimaurerei zu unterwandern. Illuminaten schmökerten gerne in alten, miefigen Büchern aus dem Mittelalter, um darin Aufschluss – sprich „Erleuchtung“ – über die Gegenwart zu finden (in alten Illustrierten zu blättern ist im Grunde nichts anderes). In den dicken Wälzern von früher stand allerhand. War diese Lektüre beim Vatikan noch dazu auf dem Index, war sie gleich noch viel spannender. Illuminaten waren keine Freimaurer, aber ähnlich organisiert. Dabei waren sie sektenartig aufgebaut wie ein Pyramidenspiel. Doch während die Freimaurer in Wien bei ihren Logentreffen bestenfalls „Blindekuh“ spielten, führten die Illuminaten weitaus Böseres im Schild. Ihr Ziel war, den größten Machtapparat der Welt zu zerstören: die katholische Kirche.
Mozart war keine ausgesprochen politische Person, verfolgte aber gesellschaftliche Vorgänge mit regem Interesse. Er las jeden Tag Zeitung. Unter seinen Freunden waren gut ein Dutzend Literaten, die eines gemeinsam hatten: ihre spitze Feder. Wien hatte damals eine starke Literaturszene, die leider völlig in Vergessenheit geraten ist. Während sich alle Welt mit Voltaire, Rousseau und Diderot rühmt, kennt Österreichs Aufklärer so gut wie niemand mehr (als ob es zwischen Abraham a Santa Clara und Grillparzer nichts gegeben hätte). Und das ist ewig schade. Immerhin war Carl Leonhard Reinhold Wegbereiter für Kants Vernunfttheorie und Johann Pezzl derjenige, der Goethe zum Faust inspirierte. Dieses schwarze Loch in Österreichs Literaturgeschichte resultiert daraus, dass die Wiener Aufklärer allesamt Illuminaten waren und als Staatsfeinde verfolgt wurden. Nicht wenige bezahlten ihre aufgeklärte Gesinnung sogar mir dem Leben, andere landeten im Gefängnis. Mozart kannte sie alle persönlich. Sein Lieblingsautor war der Illuminat Aloys Blumauer – der schlagfertigste Mann Wiens. Mit Amüsement las Wolferl sein komödiantisches Epos Virgils Aeneis travestiert, worin die größten Genies mit einem Mörser zu einer köstlichen Kraftsuppe für den Teufel zerstampft wurden. Inhalte wie diese waren schon hart an der Grenze, doch es war nicht das einzige Pamphlet in Mozarts Bücherregal, das später verboten werden sollte. Blumauer wurde sogar verdächtigt, Herausgeber der Schwarzen Zeitung zu sein, eines üblen Vorläufers der Boulevardpresse, in dem Unglücksfälle und Selbstmorde prominenter Aristokraten genüsslich ausgebreitet wurden. Die Aufklärer Wiens hatten eine schlechte Angewohnheit: Sie machten sich über Obrigkeiten lustig und hatten vor nichts Respekt. Um ihre Ideologie zu verbreiten, waren den Illuminaten Satire und Parodie als Medium gerade recht. Zeitungen mit frechen Artikeln gab es an jeder Ecke. Wien hatte eine der lebendigsten Medienlandschaften überhaupt und es mutet kurios an, dass Ideale wie Aufklärung und Demokratie ausgerechnet von den Schmuddelblättern propagiert wurden.

MOZARTS ZAUBERFLÖTE SPIELT IN EINEM
ARCHAISCHEN ZEITALTER IM ALTEN ÄGYPTEN.
IN DER ALTEN GEHEIMSPRACHE DER ILLUMINATEN
WAR „ÄGYPTEN“ DER DECKNAME FÜR ÖSTERREICH.

Dem Kaiser ging die so genannte „Broschürenflut“ allmählich auf die Nerven. Um sie einzudämmen, schaffte er die Pressefreiheit wieder ab und rief die Studienkommission und die Zensurbehörde ins Leben. 200 Jahre vor dem Internet waren Bücher das Gefährlichste überhaupt. Sie brachten Studenten auf Ideen und das war nicht gut. Doch es liegt auf der Hand, dass diese Behörde nichts weiter war als der erste Geheimdienst. Es war der Beginn des österreichischen Polizeistaates, der unter Metternich seine vorläufige Hochblüte erlangen sollte (Metternichs Vater war übrigens ebenfalls Illuminat). Den Chefposten besetzte Joseph II. mit Baron Gottfried van Swieten. Doch was der Kaiser scheinbar nicht ahnte: Van Swieten trieb ein doppeltes Spiel und führte den Kaiser hinters Licht. Auch van Swieten war Mitglied bei den Illuminaten – den schlimmsten Anti-Monarchisten von allen. Im Dezember 1785 platzte Kaiser Joseph II. der Kragen. Er gab das berühmte „Freimaurerpatent“ heraus, um die Geheimgesellschaften zu zerschlagen. Sie waren zu mächtig geworden. In Bayern waren die Illuminaten bereits unter Androhung der Todesstrafe verboten. Das neue Gesetz war jedoch ein Schuss in den Ofen, weil die Illuminaten längst in der Regierung saßen: Staatskanzler Fürst Kaunitz sowie der böhmische Kanzler Graf Kollowrat waren „Erleuchtete“, wie viele andere auch im Dienste der Hofkanzlei. Da soll noch einer sagen, Politik wäre langweilig. Die Illuminaten reagierten, indem sie sich fortan als harmlose „Lesegesellschaften“ ausgaben (aus denen später die politischen Parteien des 19. Jahrhunderts hervorgingen). Die Geheimbünde wurden brutal verfolgt (Jakobinerprozesse). Die Dokumente darüber sind aus den Archiven der Hofbibliothek verschwunden. Wie restriktiv die Vorgehensweise der Staatspolizei gewesen sein muss, lässt sich anhand der Heimlichtuerei der Illuminaten erkennen: Sie gaben einander Pseudonyme wie „Philo“ oder „Spartacus“, verschlüsselten ihre Texte mit Zahlenmagie und hatten sogar eine eigene Zeitrechnung. Es kann sich somit kaum um keinen Zufall handeln, wenn Mozarts Zauberflöte in einem archaischen Zeitalter im alten Ägypten spielt – in der alten Geheimsprache der Illuminaten war „Ägypten“ nämlich der Deckname für Österreich.

josephii   swieten
Kaiser Joseph II. war Begründer der österreichischen Staatspolizei.
Geheimdienstchef Gottfried van Swieten versorgte Mozart mit Medizin auf Quecksilber-Basis.

born   leopold
Wiens führender Illuminat Ignaz von Born – Vorbild des weisen Priesters Sarastro in der Zauberflöte – wurde vergiftet.
Drei Monate nach Mozart starb auch Kaiser Leopold II. Die Behandlung seiner Ärzte überlebte er nicht.

Bei den Illuminaten hieß Mozart „Adam“. Auch seine Musik war mit Notenpunktation und Metaphern codiert. Er hatte eine kindische Freude daran, seine Opern mit boshaften Anspielungen zu spicken. Das hielt die Zensur auf Trab. In der pompösen ernsten Oper La clemenca di Tito – ein Auftragswerk zur Krönung Kaiser Leopolds II. zum König von Ungarn – brannte prompt der Palast nieder (!) In Mozarts Arien wurde gesungen, worüber man nicht sprechen durfte. In der Hinsicht ist auch Die Zauberflöte nur bei oberflächlicher Betrachtung eine harmlose Märchenoper. Gut und Böse, Licht und Finsternis sind ihre Spannungselemente. Der Ägyptologe Jan Assmann erkennt in ihr die „Mysterien der ägyptischen Gedächtnisgeschichte Europas“ wieder. Gleich in der ersten Szene offenbart sich die Explosivkraft des Bühnenwerks: Prinz Tamino wird von einer Riesenschlange verfolgt und bricht zusammen. Selbst einfachsten Leuten im Publikum war klar: Damit konnte nur „die Ohnmacht des Menschen vor dem Sündenfall“ gemeint sein. Mit der Königin der Nacht – einer finsteren, mächtigen Frau – war keine Geringere gemeint als Maria Theresia, die wegen ihrer Scheinheiligkeit unter der Bevölkerung äußerst unbeliebt war. Sie verstößt ihre Tochter Pamina (Marie Antoinette) und versinkt in Blitz und Donner. Allegorisch ist auch das Bühnenbild der Zauberflöte, einer Märchenwelt aus Gärten, Tempeln, Pyramiden und Kristallen, die jedoch nicht der Fantasie des linksradikalen Theatermachers Emanuel Schikaneder entsprungen war – es gab sie wirklich. In den Grinzinger Weinbergen hatte der Staatsbeamte und Illuminat Graf Philipp von Cobenzl einen hieroglyphischen Garten mit einer künstlichen Grotte erbauen lassen, die Mozart sehr bewunderte. Die wunderschöne Anlage war ein Nachbau des Parks von Schloss Aigen, dem Geheimtreff der Salzburger Illuminaten. Heilige Schauer verzückten einen, wenn man sie betrat: Antike Vasen, ägyptische Urnen, bunte Türmchen und Obelisken zierten die Grotte, in der es zu geheimen Riten der Wiener Illuminaten kam. Die Grotte am Cobenzl ist heute zugemauert und unzugänglich. Im Bühnenbild der Zauberflöte tritt sie als „wasserspeiender Berg“ in Erscheinung. Ob Mozart damit das Geheimversteck der Illuminaten preisgegeben hat? Zwei Monate nach ihrer Uraufführung war Mozart tot. Der Erste, der an seine Vergiftung glaubte, war Mozart selbst. Bei einem Spaziergang im Prater sagte er zu Constanze: „Mit mir dauert es nicht mehr lange: Gewiß, man hat mir Gift gegeben.“ In seinem Buch Mozarts Tod – ein Rätsel wird gelöst beleuchtet Ludwig Köppen den Fall etwas genauer. Er geht davon aus, dass sich der Musiker bei einer „Grabennymphe“ mit Syphilis angesteckt hatte. Unter der Hand wurde er von Baron Gottfried van Swieten mit Medizin auf Quecksilber-Basis versorgt (Liquor Swietenii). Van Swieten hatte auch Mozarts würdeloses Begräbnis in die Wege geleitet. Wer aber Köppens These weiterspinnt, muss zu dem Schluss gelangen, dass Mozart somit vom österreichischen Geheimdienst um die Ecke gebracht wurde. Die Affäre zog sich bis in die Hofburg. Als der Kaiser von Mozarts Tod erfuhr, enthob er van Swieten prompt des Amtes. Zur gleichen Zeit richtete Mozarts Logenbruder Franz Hofdemel in Wien ein grausames Blutbad an. Er attackierte seine schwangere Frau mit dem Rasiermesser. Danach schnitt er sich selbst die Kehle durch. Magdalena Hofdemel überlebte. Später wird bekannt, dass die attraktive Dame nicht nur Mozarts Klavierschülerin war … Ihren Sohn taufte sie Johann – es war einer von Mozarts vielen Vornamen.

JOHANN W. GOETHE BEWUNDERTE MOZARTS
ZAUBERFLÖTE SEHR. ER SCHRIEB FÜR SIE EINEN
ZWEITEN TEIL, DER JEDOCH NIE VERTONT WURDE.
DASS MOZART AUCH SEINEN FAUST NICHT IN MUSIK
UMSETZTE, VERWAND ER NIE.

hofbibliothek   grotte
Prunksaal der Hofbibliothek – die „Zentrale“ der Wiener Illuminaten.
Die Grotte am Cobenzl – geheimer Treffpunkt der Wiener Illuminaten – bildete die Vorlage zum Bühnenbild der Zauberflöte

Im Supermarkt der Theorien über Mozart wurde bei weitem noch nicht alles geschrieben, trotz der vielen Bücher auf dem Markt. Mozart war nämlich nicht der Einzige, der unter ominösen Umständen aus dem Leben schied. Vier Monate vor ihm starb Ignaz von Born, Hofrat und zugleich oberster Illuminat Wiens. Der Mineraloge hatte sich bei einem Grubenunglück eine schwere chronische Erkrankung zugezogen, die ihn zur Einnahme starker schmerzstillender Mittel zwang, die wiederum einen schleichenden Tod durch Vergiftung bewirkt haben könnten. In der Zauberflöte ist Born in der Bühnenfigur des weisen Priesters Sarastro verewigt. Die Prüfungen, die Tamino und Papageno bestehen müssen, sind nichts weiter als Initiationen der Illuminaten.
Drei Monate nach Mozart starb auch Kaiser Leopold II. Er hatte nur zwei Jahre regiert und war erst 45. Der kaiserliche Leibarzt Johann Hasenöhrl – ein Schüler van Swietens, der sich auf dessen Anraten „Doktor Lagusius“ nannte – hatte den Monarchen innerhalb von 24 Stunden mit viermaligem Aderlass behandelt. Diese mittelalterliche Methode, bei der das Blut wie aus einem Wasserhahn spritzte, schwächte den Monarchen derart, dass er unter schrecklichen Erschütterungen alles von sich gab, was er eingenommen hatte. Dennoch verließen ihn seine Ärzte. Kein Einziger war bei seinem Tode zugegen. Einer gab sogar an, der Kaiser sei außer Lebensgefahr. Am 1. März 1792 verschied Kaiser Leopold II. unter Erbrechen in Gegenwart der verzweifelten Kaiserin. Samuel Hahnemann – Arzt und Begründer der Homöopathie – kritisierte diese Vorgehensweise auf das Schärfste und forderte Kaiser Leopolds Ärzte auf, sich öffentlich zu rechtfertigen. Dr. Lagusius versprach einen genauen Bericht, der jedoch nie erscheinen sollte. Baron van Swieten aber – der am Sterbetag Mozarts vom Kaiser gekündigt worden war – wäre kein Diplomat gewesen, wenn er nach dem Tod des Monarchen seinen Posten als Geheimdienstchef in der Hofbibliothek nicht wieder eingenommen hätte.

Die mit Abstand kühnste These um Mozarts Tod stammt jedoch von Dr. Gunther Duda. Der Autor von Den Göttern gegeben hält es für möglich, dass Mozart einem diabolischen Kultmord zum Opfer gefallen ist. Und noch schlimmer: Mozart hätte seine „Hinrichtung“ sogar akzeptiert, als Bestrafung für den begangenen Verrat. Daher die Todesahnungen. „Mozart hatte kein Grab, das auf dem St. Marxer Friedhof ist nur ein Scheingrab“, meint Duda. Laut einem Wiener Zeitungsbericht will ein 17jähriges Mädchen den aufgebahrten Mozart noch in einem Nebengemach von Schikaneders Freihaus-Theater gesehen haben. Dann verschwand er im dunklen, wo ihm bei einem schwarzmagischen Ritual der Kopf angetrennt worden sein soll. Das ist makaber, ändert aber nichts and der Tatsache, dass auch die Schädel von Joseph Haydn, Friedrich Schiller, Emanuel Kant und Ludwig van Beethoven auf rätselhafte Weise verschwunden sind, deren Nahverhältnis zu den Illuminaten ebenfalls erwiesen ist. Der Rest seien Zahlenmagie, Vertuschungsversuche und scheinwissenschaftliche Verwirrung, meint Duda. Seine These wird von der offiziellen Mozartforschung verachtet, aber nie widerlegt. Man muss nicht alles glauben, was in der Zeitung steht, aber wenn uns die offizielle Mozartforschung weismachen will, Amadé sei an einem verdorbenen Schweinskotelett gestorben, womit sein früher Tod restlos aufgeklärt wäre, dann fördert das auch nicht unbedingt den Fremdenverkehr. Die Sache bleibt in jedem Fall spannend. Zum 300. Geburtstag wissen wir bestimmt mehr. Mozart war nur ein Zeitreisender. Er sah sich alles an, dann ging er wieder.

 

lodge
WILLKOMMEN IN DER BRUDERSCHAFT
Am 14. Dezember 1784 wird Mozart offiziell in die Wiener Freimaurerloge „Zur Wohltätigkeit“ aufgenommen und muss hierfür ein gespenstisches Ritual über sich ergehen lassen: Er hat seine Schuhe auszuziehen und alle metallischen Gegenstände abzulegen. Sein Hemd wird aufgeknöpft, damit die linke Brust frei liegt. Er wird in eine dunkle Kammer gesperrt, in der sich Särge und menschliche Überreste stapeln – Knochen und Totenköpfe. Mozart erschrickt. Gruseliger Schauer und erste Zweifel überkommen ihn. Vielleicht war es doch keine gute Idee den Freimaurern beizutreten.
Ein sogenannter „schrecklicher Bruder“ jagt ihm noch mehr Angst ein. Dann lässt er den eingeschüchterten Mozart wieder allein in der finsteren Gruft. Stunden vergehen und Mozart dreht beinahe durch vor lauter Schiss.
Dann werden ihm auch noch die Augen verbunden. Er wird durch ein Stiegenhaus auf und ab geführt, bis er endgültig die Orientierung verliert. Blind wie ein Maulwurf vernimmt Mozart ein dreimaliges Klopfen, womit für ihn um Einlass in die Loge gebeten wird. Die Tür öffnet sich und er wird in den Raum geführt. Er hört Stimmen. Von hinten und von vorn. Ellenlange Texte werden verlesen. Er weiß nicht, wie ihm geschieht.
Plötzlich spürt er einen Stich bei seinem Herzen. Mozart zittert. Er ahnt nicht, dass ihm ein Dolch an die Brust gesetzt wird. Eine schreckliche Stimme flüstert in sein Ohr: „Schwöre bei deinem Tod, dass du die Geheimnisse der Freimaurerei niemals verraten wirst.“ Mozart schwört. Endlich wird ihm die Augenbinde abgenommen. Nach Stunden der Dunkelheit wird er von gleißendem Licht geblendet. Es ist der hell erleuchtete, nach Osten ausgerichtete Altar der Loge. Auf ihm liegen Bibel, Zirkel und Winkelmaß. Mozart ist „erleuchtet“.
In der Freimaurerei gilt der Tod als bester Freund des Menschen. Als Logenbruder durfte Mozart am eigenen Leib erfahren, was Christen lieber ihrem Erlöser überlassen: Er ist auferstanden – wenn auch nur symbolisch.

DIE WIENER ILLUMINATEN
Ignaz von Born
Mineraloge, Alchemist und Hofrat in Wien
Joseph von Sonnenfels
Jurist und Publizist in Wien
Johann Philipp Graf von Cobenzl
Reichsvizekanzler in Wien
Leopold Graf von Kollowrat
Kanzler für Böhmen in Wien
Fürst Wenzel Anton von Kaunitz
Staatskanzler
Ferdinand Meggenhofen
Kaiserlicher Kreisschulkommissarius in Ried/Waldviertel
Otto von Gemmingen
Schriftsteller (brachte Mozart zur Freimaurerei)
Baron Gottfried van Swieten
Kustos der Hofbibliothek (Förderer von Mozart, Haydn und Beethoven)
Aloys Blumauer
Schriftsteller, Herausgeber und Buchhändler
Johann Pezzl
Schriftsteller und Bibliothekar
Joseph Franz Ratschky
Schriftsteller (wichtigster Aufklärer Wiens, Herausgeber des Wiener Musen-Almanachs)
Gottlieb von Leon Lyriker; Kustos an der Wiener Hofbibliothek; Herausgeber
Johann Baptist von Alxinger
Schriftsteller; Sekretär des Hofburgtheaters
Hieronymus von Colloredo-Mannsfeld
Fürsterzbischof von Salzburg
Carl Leonhard Reinhold
Schriftsteller und Philosoph

© JIMMY DEIX – veröffentlicht im Magazin WIENER, Jänner 2006

Made in Texas

November 1, 2005

Jessica Simpson

 

 

 

 

 

 

 

 

 

PAMELA ANDERSON BEKOMMT MIGRÄNE, BRITNEY SPEARS GEHT IN KARENZ UND MADONNA HAUT ES GLATT VOM PFERD. AUCH NANCY SINATRA DÜRFTE KEINEN GUTEN TAG GEHABT HABEN, ALS SIE JESSICA SIMPSONS GEKONNTEN HÜFTSCHWUNG IM VIDEO ZU THESE BOOTS ARE MADE FOR WALKING SAH. MIT DEM SEXAPPEAL DER FESCHEN PFARRERSTOCHTER AUS TEXAS HAT DIE FRIVOLITÄT DER UNTERHALTUNGSBRANCHE EIN NEUES NIVEAU ERREICHT.

von JIMMY DEIX

„Laß meinen Mann in ruhe!“ schrie Jessica Simpson, als eine Tussi ihren Liebling Nick Lachey anmachte. Das amerikanische Traumpaar ging gerade durchs Parkdeck des ABC-Senders, als Jessica beobachten musste, wie eine feurige Rothaarige einen Zettel unter den Scheibenwischer von Nicks Auto klemmte. Als das dreiste Mädel davonschlich, stürmte Jessica herbei und raffte das Papier an sich – auf dem stand der Name des flotten Käfers, ihre Telefonnummer und – ganz unverblümt – eine Einladung an Nick, „eine schöne Zeit“ miteinander zu verbringen. Jessica tobte vor Eifersucht und begann zu kreischen, als dieser unverschämte Trampel ihrem Nick auch noch lächelnd zuwinkte, während sie mit quietschenden Reifen aus dem Parkdeck kurvte.

Szenen wie diese sind ganz normal in Jessica Simpsons Privatleben. Die Eskapaden ihrer Realityshow Newlyweds: Nick & Jessica (täglich auf MTV) sind dagegen fast harmlos, wenngleich ganz Amerika losbrüllt vor Lachen, wenn sich Jessie wieder mal die Blöße gibt. Schon in der Eröffnungs-Episode der Serie kam der Knüller: In ihrer Traumvilla in Calabasas/Kalifornien lounged Jessica auf ihrer Couch, sieht gemütlich fern und mampft dabei Salat aus einer Schüssel: „Ist das Huhn oder Fisch?“, fragt sie. „Ich weiß, es ist Thunfisch, aber wieso sagt man dann Chicken of the Sea? Die Fernsehnation konnte es kaum fassen. Kann jemand wirklich so dämlich sein? Amerikas Dumpfbacke Nr. 1 war auf den Werbegag des Fischdosen-Konzerns Mermaid hereingefallen. Dabei weiß doch in den USA jeder Tölpel, dass Tuna ein Huhn ist, das draussen im Pazifik schwimmt …

Jessica Simpson (25) ist eine erstaunliche Mischung aus südstaatlichem Konservativismus und perfektem Pin-Up. Sie ist die personifizierte amerikanische Doppelmoral – mal sexy, dann wieder prüde. Eine Grace Kelly der Generation 9/11. Wie man „Massachusetts“ buchstabiert, weiß sie bis heute nicht, aber wen stört das, bei der Traumfigur? Mit These Boots Are Made For Walking hat sie das schärfste Musikvideo des Jahres abgeliefert. TexMex meets Hillybilly. Der Clip ist ein gelungener Trailer für den Spielfilm The Dukes of Hazzard (der bei Kritikern in den USA durchfiel). Die rasante Komödie ist ein stylisches Remake der gleichnamigen TV-Serie aus den späten 70er Jahren, die bei uns nie gelaufen ist. Neben Burt Reynolds und Country-Legende Willie Nelson, der einen Schwarzbrenner mimt (und auch am vortrefflichen Soundtrack mitwirkte), ist Simpson in der Rolle der dreisten Daisy Duke zu bewundern: Goldenes Haar, honigbraune Schenkel und mächtig Holz vor der Hütte. Mit ihren Reizen treibt sie die einfältige Landbevölkerung in den Wahnsinn – kein Wunder, dass sie beim Casting Britney Spears ausstach.

Jessica Simpson

 

 

 

 

 

 

 

 
Jessica Simpson weiß haargenau was richtige Kerle wollen: Sie posiert in Denim-Hotpants auf der Motorhaube, sie bringt das Trinken, zettelt Schlägereien an und shampooniert Autos im Bikini.

Dabei war Jessica noch Jungfrau, als sie im Oktober 2002 mit Nick Lachey (31) – Leadsänger der Boygroup 98 Degrees – in den heiligen Stand der Ehe trat. Das bestimmt eine Familientradition; so ist das eben in Texas: Mit der Jungfräulichkeit nehmen es die Baptisten genauso ernst wie die Saudi-Araber. Ein Schwur, der ihr mehr Publicity einbrachte, als jede Platte. Sie hätte das Liebesleben einer Hausfrau aus den 50er Jahren, wird propagiert. „Der Einzige Mann, der mich je ohne Bikini sah, war Nick“, gesteht sie. Die Frischvermählten ließen sich auf den gewagten Deal ein, das erste Jahr ihrer Ehe auf MTV zu zeigen. Newlyweds offenbart schonungslos, wie Jessica wirklich ist: reich, schön, naiv, faul und obendrein kaufsüchtig – ein Opfer von Konsum und Wohlstandsverwahrlosung. Beim Shopping kennt sie keine Hemmungen. Am Melrose Drive, der In-Meile Hollywoods, gibt sie Abertausende Dollars für Schuhe und Kleider aus. Nick war regelrecht geschockt, als er auf einem Bettwäsche-Set ein Preisschild von 1.400 Dollar entdecken musste. Jessicas Kreditkarte ist so exklusiv, dass man für sie 150.000 Dollar hinterlegen muss, um sie zu behalten. Zuerst wollte Goody-Two-Shoes Jessica das verdammte Prepaid-Ding gar nicht haben: „Ich brauche keine Dollars – ich will die Kleider!“
Als sie einmal den Versuch unternahm, ihre Wäsche auch zu waschen, musste Nick zu Hilfe eilen. Jessica hatte nicht den blassesten Schimmer, wie man die Waschmaschine in Gang bringt und forderte eine Haushälterin. Doch Nick blieb hart: „Wofür? Nur um die Kleider aufzuklauben, die du fallen lässt? Das ist geradezu lächerlich!“
Nick, der gemeinsam mit Carmen Electra die High School besuchte, gibt sich als besonnener Teil des Dream-Couplets: „Ich liebe Jessica über alles“, beteuert er, „vor allem ihren Intellekt, aber manchmal muss man sie einbremsen.“ Etwa wenn sie einen Designer bestellen will, der in der Wohnung ein paar Bilder aufhängen soll, „damit es gemütlicher wird“.
Seher von Newlyweds wissen, wie Jessica ihr Geld verprasst – für Gucci, Prada & Co. Wie ein jüngstes Ereignis belegt, dürfte Husband Nick hingegen eher ein Knauser sein. Bei einem zweistündigen Lunch im todschicken Restaurant The Ivy in Beverly Hills wurde es so richtig dekadent. „Sie bestellten alles Erdenkliche – Aperitifs, Salate mit Meeresfrüchten, Steaks, Desserts und dazu ein paar Flaschen Champagner“, petzte ein Zeuge. „Sie beanspruchten das ganze Personal zu ihrer vollen Zufriedenheit. Die Rechnung betrug 1.100 Dollar.“ Selbstverständlich wollte Jessica ein entsprechendes Trinkgeld geben, etwa 15 Prozent. Nick aber flippte und meinte: „Das ist zuviel! Wir müssen irgendwo einsparen“ – und gab karge 14 Dollar Tip. „Die Kellner und der Manager konnten nicht fassen, was für ein erbärmlicher Schnorrer er ist!“
Dabei ist Nick ziemlich gestopft. Seine Band verkaufte 10 Millionen Platten. Kaum war Nick unter der Haube, ging es jedoch steil bergab. Ein Karriereknick war die Folge, womit die wilden Jahre vorbei sind. 98 Degrees verkündeten auf ihrer Website: „Wir legen eine Pause ein, werden in nächster Zeit nichts neues veröffentlichen und akzeptieren auch keine neuen Fanclub-Members.“ Jessicas Karriere schadete der Ehering jedoch keineswegs. Im Gegenteil. Sie wurde noch begehrter.

 

Jessica Simpson

ICH BIN VIELLEICHT NAIV, ABER SICHER NICHT BLÖD – NACHDENKEN IST MEIN HOBBY.
Jessie – die blondeste aller Blondinen.

Barbie lebt. Doch wie aufreizend darf die Tochter eines Pfarrers eigentlich sein? Schon als putzige zwölfjährige sang die Kesse im Kirchenchor der Baptisen von Richardson, einem Vorort von Dallas, wo Daddy Joe Simpson predigte. Heute ist er ihr Manager. „Ich durfte nie solo singen, weil mein Busen so groß war“, erinnert sich die Frühreife. „Das hätte die Ministranten erregt.“ Erfolglos blieb ihr Casting für die Kindersendung The Mickey Mouse Club, einer Kaderschmiede für künftige Popstars, durch die Britney Spears, Christina Aguilera und Justin Timberlake in den USA schon als Kids bekannt wurden. Es bedurfte noch einiger Push-Versuche ihrer Eltern, bis Jessica mit Weihnachtsliedern und Bubblegum-Pop die Charts enterte. Dieser Tage erscheint in den USA ihr viertes Album mit dem schönen Titel And The Band Played On, produziert von Jimmy Jam, der schon Janet Jacksons Nasty schuf.

Ihr infantiles Gemüt hat Jessica beibehalten. Niemals würde sie ihr Heim verlassen, ohne ihren geliebten Teddybär Oliver. Durch die karrierebedingte Vielfliegerei hat sie manchmal eine schusselige, leicht überdrehte Art. Als sie neulich am Airport LAX eincheckte, um mit Nick und ihrer Mama nach New York zu fliegen, da bemerkte sie, dass sie Oliver daheim vergessen hatte. Jessica schickte den Chauffeur zurück, um den Stoffbären zu holen, buchte auf einen späteren Flug um und saß geduldig in der VIP-Lounge, bis sie ihren kuscheligen Teddy wieder hatte – den sie dann fest umarmte.

Jessica Simpson

 

 

 

 

 


ICH WEISS NICHT, WAS EIN JETLAG IST. DA ICH
STÄNDIG EINEN HABE, FEHLT MIR DER VERGLEICH.
Manchmal ist auch ein Starlet ratlos.

Verdammt sexy – und dumm wie Bohnenstroh? Das dachten zunächst alle. In Wirklichkeit ist Jessica ziemlich clever. Sie stellt sich nur dumm. „Sie hat einen IQ von 160“, behauptet Mama Tina Simpson. Das hübsche Kind müsste demnach die Intelligenz von Albert Einstein haben. Kann das sein? „Es ist großartig, wenn dich alle für dämlich halten“, kichert Jessica. „So kam ich immer an all die Jungs ran …“
Eine gewiefte Geschäftsfrau ist sie, vom Kaliber einer Verona Pooth (vormals Feldbusch), mit optimiertem Karriereplan, an dem sie hart schuftet: „Ich will eine Diva sein,“ gesteht sie offenherzig, „eine Diva, die wegen ihrer Musik anerkannt wird und nicht, weil sie Diät-Cola spazieren führt.“
Der Werbeindustrie kommt das glamouröse Prachtweib gerade recht. Eben wurde sie vom Junk-Food-Hersteller Hershey’s unter Vertrag genommen, um Atemerfrischer zu bewerben. Böse Zungen unken, sie nehme die kleinen Pfefferminzpastillen, „um nicht schwanger zu werden …“. Sie wüsste nicht, dass sie bloß den Atem erfrischen sollen. Jedenfalls wird sie die Mints mögen. Denn Jessica würde nie ein Produkt bewerben, dass sie nicht selbst verwendet.

Wie gescheit Musiker manchmal wirklich sind, zeigt sich aber, wenn sie für Propaganda-Zwecke der US-Army einspringen, anstatt dagegen zu protestieren. Mit einer Hercules C-130 düste Jessica in den Irak, um bei George Bushs „Tour of Duty“ mitzuwirken. Ihre Aufgabe war, mit ein paar Liedern die GIs im Kriegsgebiet aufzumuntern – selbstverständlich leicht bekleidet.
2001 hatte Jessica sogar bei George Bushs Amtseinführung gesungen und war Gast im Weißen Haus, wo sie sich unter Senatoren und Kongressleute mischte, deren Frauen sich nicht länger zurückhalten konnten, ihr mitzuteilen, dass ihre Ehen genauso chaotisch wären wie die ihre. Beim unverfänglichen Small-Talk mit Gale Ann Norton – Staatssekretärin für Inneres unter George Bush – rutschte Jessica gleich der nächste Fauxpas heraus: „Glückwunsch! Sie haben die Zimmer im Weißen Haus wirklich wunderschön dekoriert …“

Jessica Simpson

WIR REPUBLIKANER HABEN
ES ZU ETWAS GEBRACHT.
Eine Granate in Camouflage. 

Und dann ist da noch Jessicas kleine Schwester Ashlee Simpson (21). Die ist allerdings wirklich nicht ganz hell auf der Platte. Voll Bewunderung des Erfolges ihrer großen Schwester startete sie eine Karriere als Rocksängerin. Doch dann kam die Riesenblamage in der Sendung Saturday Night Life auf NBC, wo Ashlee ihren Doppel-Platin-Hit Autobiography performen wollte. Während ihre Stimme bereits zu hören war, hielt sie das Mikrophon noch immer in Hüfthöhe und wartete auf ihren Einsatz. An Lippen-Synchron war nicht zu denken – es war auch noch das falsche Playback. Die Regie von NBC blendete rasch aus und zog einen Werbeblock hoch. Millionen Amerikaner mussten das mit ansehen. Es war das übelste Playback-Debakel seit Milli Vanilli. Bald darauf hatte Ashlee einen Anheizer-Gig bei einem Footballspiel in der Orange Bowl in Miami. Als sie die ersten Takte ihres Liedes La La anstimmte, kannten 72.000 Stadionbesucher keine Gnade und buhten sie aus, bis sie heulend die Bühne verließ.

Kein Grund zur Scheidung? Es muss wohl der schlimmste Alptraum jeden Ehemannes Hollywoods sein, wenn seine Frau ausgerechnet neben jener Porno-Darstellerin Platz nimmt, die seine Ehe beinahe zum Scheitern gebracht hätte. Genau das passierte, als Nick und seine hinreißende Jessica bei einer Charity-Party ihre Sitzplätze neben einer anderen berühmten Jessica zugewiesen bekamen – der nicht gerade zimperlichen Jessica Jaymes aus dem zensierten Filmgewerbe. Nick befürchtete, die beiden Damen könnten eine Unterhaltung beginnen – oder noch schlimmer – sie könnten einander befetzen, im überfüllten Nachtclub Avalon in LA, in den Hunderte Gäste gekommen waren, um einer Benefiz-Show von Justin Timberlake, Santana und James Brown beizuwohnen. Drei Monate zuvor war aufgeflogen, dass Jessica Jaymes – Star des Films If These Hips Could Talk – bei einer Bachelor-Party eine lesbische Sexshow abgezogen hatte, zu der Nick mit einem befreundeten Tontechniker erschienen war. Als Jessica davon erfuhr, hing der Haussegen schief, denn Jessica Jaymes Vorliebe für knackige Boygroup-Jünger ist mehr als berüchtigt. Hollywood spekuliert ohnedies, die Ehe der beiden hinge an einem seidenen Faden, wegen all seiner Flirts und Partys mit anderen Frauen. Nick war klar: Wenn seine Frau jetzt realisiert, dass diese Porno-Tante nun direkt neben ihr sitzt, dann könnten er und seine süße Partnerin aus Newlyweds recht bald geschiedene Leute sein. Nick fühlte sich unwohl, gab sich aber Mühe, sich nichts anmerken zu lassen. Unter diesem Stress hoffte er, den Abend ohne Konfrontation zu überstehen, doch er schwitzte jedes mal, wenn die Ladys einander höflich zunickten und zulächelten. Gott sei Dank ahnte seine Jessica nichts davon, dass die Dame neben ihr ausgerechnet diejenige war, die ihren Gatten so glänzend unterhalten hatte. Zum Glück für Nick hielt die Pornoqueen dicht. In einem Moment, als seine Frau kurz abgelenkt war, lehnte er sich über den Tisch und flehte Jaymes an, sie möge sich an einen anderen Tisch setzen. Dann ging plötzlich ein Blitzlicht los. Jemand hatte ihn geknipst, während er Jaymes ins Ohr flüsterte. Nick flippte aus. Er schickte seinen Bodyguard los, um die Handy-Kamera zu beschlagnahmen. Pflichtbewusst langte der Muskelprotz über den Tisch, um dem Freizeit-Paparazzo das Handy zu entreißen. Jetzt gab es Zoff. Sekunden später polterte der Leibwächter mit dem Chef der Club Security. Hastig wurden Arrangements getroffen, Jaymes und ihrem Date einen anderen Tisch zu geben. Die Geheimnisträgerin beschwerte sich nicht und Nick konnte aufatmen. Sie nahm ihre Handtasche und wechselte an einen anderen Platz, weit weg von Nick. Der Vorfall ereignete sich blitzschnell, sodass niemand etwas bemerkte – speziell Jessica Simpson nicht.
„Ich bin vielleicht naiv, aber sicher nicht blöd“, erklärt Jessica. „Nachdenken ist mein Hobby“. Jedenfalls weiß sie zu kontern. Auf ihrem Nachtkästchen liegt zurzeit die zensierte Biografie von Porno-Superstar Jenna Jameson. Nachdem sie über die Ferien begonnen hatte, den pikanten Schmöker zu lesen, gestand sie Nick, sie könne sich mit dem „Charakter“ der Jenna durchaus identifizieren: „Das Buch würde bestimmt einen guten Film abgeben.“ Nick reagierte geknickt: „Du denkst aber nicht daran, in dem Film die Hauptrolle zu spielen, oder?“ Schnapsidee, meinte Jessica, „aber sich gelegentlich einen anzugucken ist sicher ein Spaß.“ Denn man lernt nie aus im Leben.

Wir danken Gott für Texas – und für Jessica Simpson.

© JIMMY DEIX – veröffentlicht im Magazin WIENER, November 2005